Sicherlich bedarf es keines zeitgenösischen Bilderzyklus, um Aufmerksamkeit für das cervantinische Meisterwerk zu gewinnen.
Dennoch hat mich die zeitlose Tiefe, in die Cervantes in diesem Meisterwerk in die menschliche Natur eingedrungen ist und die auch für unsere Zeit immer wieder zu Neuorientierungen inspirieren kann, dazu angeregt. Sicherlich bin ich persönlich der erste Adressat, dem die Auseinandersetzung mit dem Werk “Don Quijote” galt. Die jahrelange intensive Beschäftigung mit diesem Thema und die Arbeit an diesem Zyklus hat in erster Linie mich bereichert, nicht nur durch das Eindringen in den tiefen menschlichen Kosmos, den uns Cervantes in diesem Meisterwerk auf unvergleichliche Weise eröffnet, sondern auch  mit der wachsenden Freude, die mich seither begleitet und die sich nach und nach immer mehr zu einem “echten” Dialog mit den immer lebendiger werdenen Protagonisten entwickelte.

Don Quijote

Text: Raúl Alonso

Bei der Reihe des Quijotes von Rafael Ramírez durchkreuzen sich die Farben und Linien wie Gespenster, zwischen denen der traurige Ritter in Begleitung seines unzertrennlichen Knappen auftaucht. – Ramírez hätte den leichten oder schwierigen Weg wählen können, er hat sich aber für den unmöglichen entschieden, denjenigen, bei dem die Gestalten ohne falsche Beredsamkeit erscheinen, wodurch er eine magische Stimmung erreicht, die allem, was dort auftritt Leben gibt. Malkunst und Literatur, aber nicht als gegenseitige Komparsen oder Begleiter, sondern als eine Identität, die niemanden auf die Rolle eines jeden aufmerksam macht.